Regional
Info 2/2002
Unsere Themen diesmal:
Schulungen und Seminare
Frauenveranstaltungen im Herbst 2002
Großer Wallfahrtstag in Moosbronn
GirlsDay
Meditation für Jugendliche und Erwachsene in der Autobahnkirche Baden-Baden
unBehindert miteinander leben
50 Jahre Bühler Friedenskreuz
Hintergrundinfos zum Bühler Friedenskreuz
Zur Erinnerung
Die Ausschreibung zum Fortbildungskurs Caritas der Gemeinde lag dem letzten Info bei, erster Kurstag ist der 18.6.2002, die Anmeldefrist endet am 31.5.2002, es sind noch einige Plätze frei.
An dem Seminar vom 10. 12.6. können noch Teams teilnehmen.
Vorankündigungen
Wie versprochen gibt es eine neue Moderationsschulung, da bei dem Januar-Termin nicht alle Interessenten berücksichtigt werden konnten.
Die Veranstaltung findet ganztägig am Samstag, den 23.11.2002 statt und wird von Pfarrer Erwin Aal, Weiterbildner und Praxisberater aus Wehr, geleitet.
Die Teilnehmerzahl ist auf 16 begrenzt.
Anmeldungen sind ab sofort möglich, nähere Infos dann kurz vor der Veranstaltung
Am Samstag, den 26. Oktober 2002 von 15.00 18.15 Uhr findet ein Einführungstag für Kommunionhelfer in der Pfarrei St. Franziskus, Karlsruhe-Dammerstock statt. Beauftragungsformulare können im Regionalbüro angefordert werden. Nach erfolgter Beantragung erhalten die Teilnehmer nähere Informationen mit Wegbeschreibung.
- bitte vormerken - bitte vormerken - bitte vormerken -
Damit das Jonglieren mit den Terminen nicht zum Stress wird, hier bereits eine Vorankündigung der
· Frauenwochenende der Region: 20. bis 22. September 2002 in Moosbronn
· Treffen für Leiterinnen von Eltern-Kind-Gruppen: am 19. Oktober 2002 in Karlsruhe
· Besinnungszeit für Frauen: 28. November bis 01. Dezember 2002 in Flüeli
Zu den einzelnen Veranstaltungen können Sie in der katholischen Regionalstelle Karlsruhe gesonderte Ausschreibungen erhalten. Bitte geben Sie die Termine auch an Leiterinnen von Frauengruppen in Ihrer Gemeinde vor Ort und an interessierte Frauen weiter.
Im Rahmen der Feierlichkeiten des Jubiläumsjahres der Erzdiözese Freiburg lädt der Wallfahrtsort Moosbronn in Zusammenarbeit mit der Gebetsinitiative für geistliche Berufe (PWB) am Mittwoch, 26. Juni 2002, zu einem großen Wallfahrtstag ein. Beginn: 10.00 Uhr/Ende: 17.00 Uhr. Bitte merken Sie den Termin vor und machen Sie ihn in der Gemeinde bekannt. Prospekte gehen demnächst den Pfarrbüros zu.
In diesem Jahr fand am 25. April 2002 der zweite GirlsDay in Deutschland statt.
Anliegen dieser Initiative ist es, das Berufswahlspektrum von Mädchen zu erweitern.
Wir haben in Deutschland derzeit die bestausgebildete Frauengeneration aller Zeiten. Allein unter den Abiturienten sind 55,7 % weiblich.
Mädchen entscheiden sich aber im Rahmen ihrer Ausbildungs- und Berufswahl überproportional häufig für ein "typisch weibliches" Berufsfeld oder Studienfach.
Durch den GirlsDay sollen Mädchen angeregt werden auch technische Berufe in den Blick zu nehmen.
Weitere Informationen zu der Aktion: www.girls-day.de
jeweils Mittwoch, 20.00 Uhr
Schönstattjugend der Erzdiözese Freiburg
12. Juni: Berufe der Kirche Rektor Erwin Schmidt und Sr. Therese Wetzel
10. Juli: Jugendseelsorger Joachim Burkhard, Freiburg
verantwortlich: Edgar Eisele u. Günter Stauß, Seminar St. Pirmin, 77880 Sasbach, Tel: 07841/694715
Nähere Infos beim
Behindertenreferat im
Erzbischöflichen Seelsorgeamt Freiburg,
Okenstr. 15,
79108 Freiburg,
Tel: 0761/5144-265,
E-Mail: Behindertenreferat@seelsorgeamt-freiburg.de
Am
Sonntag, 9.6.2002 wird um 10.00 Uhr in der Pfarrkirche St. Peter
und Paul in Bühl mit dem Freiburger Erzbischof Dr. Saier
Gottesdienst gefeiert. Nach einer Fußwallfahrt zum Friedenskreuz
findet dort um 15.00 Uhr die Hauptkundgebung statt. Als
Festredner wird Heinrich Missalla zur Aufgabe heutiger Christen
sprechen, Grenzen zu überschreiten.
Im Vorfeld wird am 7. - 9. Juni ein Workshop zum Thema "Grenzen, Ausgrenzung" in St. Ottilien in den Vogesen stattfinden. In der nahegelegenen Gedenkstätte Natzweiler-Struthof wird der Opfer der Gewalt unter den Nationalsozialisten gedacht werden.
Weitere
Informationen und Anmeldung zum Workshop bei: pax christi
Bistumsstelle Freiburg, Postfach 449, 79004 Freiburg, Tel.:
0761/5144-269, Fax: -255,
E-Mail: paxchristi@seelsorgeamt-freiburg.de
http://www.gemeindeweb-freiburg.de/veranstaltungen/term-friedenskreuz.htm
Hintergrundinfos zum Bühler Friedenskreuz
Als am 4. Mai 1952 das
Bühler Friedenskreuz eingeweiht wurde, konnten die Deutschen
voller Staunen und Dankbarkeit auf ein göttliches Geschenk
blicken, das sie in den sieben Jahren zuvor erfahren durften: das
Geschenk der Versöhnung. Das Entsetzen über die Grausamkeiten,
die im deutschen Namen im zweiten Weltkrieg begangen worden
waren, ließ viele verstummen; andere flüchteten in
Rechtfertigungen oder Schuldzuweisungen an Dritte. Nach
menschlichem Ermessen war eine Zukunft in Würde nicht möglich.
Rückblende:
Bischof Pierre Marie Théas von Montauban hat am 13.7.1943 bei einer Predigt mutig gegen den Abtransport von Juden aus seiner Diözese Stellung genommen. Er wird inhaftiert und kommt in das große Internierungslager bei Compiègne. Gefangene der Widerstandsbewegung bitten ihn dort um einen Einkehrtag. Der Bischof wählt das Thema Feindesliebe. Gilt sie auch den Deutschen? Die Zuhörer sind erbittert und sagen: Wir sollen den Deutschen verzeihen, die Tag für Tag unsere Brüder zur Hinrichtung schleppen? Exzellenz, mir hat die Gestapo meine sechs Söhne vor meinen Augen erschossen, wirft ein Oberst von Toulouse ein, Sie können nicht erwarten, dass ich jetzt die Hand zur Versöhnung und Verzeihung reiche; da bin ich überfordert. Wenn das Evangelium das fordert, kann ich nur sagen LEvangile cest terrible (Das Evangelium ist furchtbar). Der Bischof versucht mit den Männern wenigstens das Vaterunser zu sprechen, und als sie an Stelle kommen: Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben..., verstummen alle. Sie bemerken, dass dies die entscheidende Stelle ist, von der der Bischof gesprochen hat. Am folgenden Tag werden die Gefangenen zum Abtransport nach Buchenwald zusammengerufen. In dieser bitteren Stunde hält Bischof Théas die erste pax christi-Predigt: Wenn Ihr jetzt über den Rhein fahrt, flucht nicht dem Volk dort drüben. Die Mütter und die Witwen haben weiße Haare wie die unsrigen. Sie haben unsäglich viele Tote; es gibt zahlreiche Märtyrer des Widerstandes, die im KZ sitzen. Vergesst nicht, dass Christen und Brüder drüben sind wie bei uns!
Das Evangelium ist furchtbar und trotzdem wagen es Franzosen, darauf zu hören. Bischof Théas initiiert einen Aufruf zum Gebetskreuzzug zur Versöhnung mit Deutschland, für den Frieden der Welt den vierzig französische Bischöfe am 10.3.1945 unterzeichnen. Daraus entsteht pax christi.
Für die Kriegsverbrechen der Deutschen in Frankreich steht der Name Oradour-sur-Glane. Am 10. Juni 1944 ermordeten Soldaten der 2. SS-Panzer-Division 642 Dorfbewohner; die Männer wurden in Scheunen erschossen, die Frauen und Kinder wurden in die Kirche gesperrt, die in Brand gesteckt wurde. Nach dem Krieg erließ der französische Innenminister die Lex Oradour, ein Kollektivschuld-Gesetz. Danach sollten Angehörige der Truppen, die Kriegsverbrechen begangen hatten, bestraft werden. Am 13.2.1953 verurteilte ein Militärtribunal in Bordeaux 21 von 65 überlebenden SS-Soldaten jener Panzer-Division zu Todes- und mehrjährigen Haftstrafen.
Als Kollektivschuld-Häftling wurde auch Adam Essinger aus Reichenbach (Odenwald) zweimal zum Tode verurteilt. Er war aber unschuldig: nachweislich war er zur Zeit der Verbrechen in Urlaub. Eine entsprechende Zeitungsmeldung erreichte Pater Manfred Hörhammer, Geistlicher Beirat der deutschen Sektion von pax christi. Als er am 30.4.1951 in der Wallfahrtskirche von Maria Linden bei Bühl vor tausend Pilgern den Fall erwähnte, schlug der Bühler Caritasdirektor Johannes Schmidt ein Gelöbnis vor: ein großes Friedenskreuz sollte errichtet werden, wenn es gelänge, Adam Essinger frei zu bekommen. Pater Hörhammer gelang es durch seine guten Kontakte nach Frankreich; die Lex Oradour fiel und das Friedenskreuz wurde errichtet. Am 4. Mai 1952 wurde es von Erzbischof Wendelin Rauch eingeweiht.
Das Kreuz stand im Zeichen der Versöhnung, der Begegnung und des Dialogs. Es ging zunächst um ein Zueinanderhelfen über die Grenzen hinweg, wie Pater Manfred Hörhammer es formulierte. Es gab Gefangene zu befreien, Hungernde zu sättigen, Hass, Mißtrauen durch konkrete Zeugnisse abzubauen.
Das Kreuz half, Grenzen zu überwinden. So lässt sich auch die Aufgabe von pax christi umschreiben: Grenzen zwischen Nationen und Völkern, zwischen Religionen, zwischen Arm und Reich, zwischen Fremden und Einheimischen, zwischen Mann und Frau überwinden, damit die menschliche Würde wahrnehmbar und gegenseitig erfahrbar werden kann.
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Letzte Änderung: 28.04.2002